Rund 200 Gäste sind am vergangenen Donnerstag zum sicherheitspolitischen Empfang in den Speisesaal der Bayerwaldkaserne gekommen.
Gastgeber des Empfangs sind traditionell das Panzergrenadierbataillon 112, der Landkreis und die Stadt Regen. Eine Überraschung gab es für
Landrat Ronny Raith: Er wurde von Bataillonskommandeur Sean Papendorf zum Ehrengrenadier ernannt. Die große Überraschung des Abends
ist für den Mit-Gastgeber reserviert. Nach drei Ansprachen steht beim gemeinsamen Neujahrsempfang von Bundeswehr, Landkreis und Stadt
Regen eigentlich schon die Eröffnung des Büffets im großen Speisesaal der Bayerwaldkaserne an, als Bataillonskommandeur Sean Papendorf
den offensichtlich ahnungslosen Landrat noch einmal zu sich bittet. Und so gehört Major d. R. Ronny Raith jetzt zum erlauchten Kreis der
Ehrengrenadiere des Regener Bataillons. Das bescheinigt ihm eine edel gestaltete Urkunde und ein grünes Barett. Für Raith gewissermaßen
ein Farbwechsel: Er war nach seiner Grundausbildung bei den Panzergrenadieren zum Sanitätsdienst gewechselt, trug somit seither als
Reservist das blaue Barett.
Landrat macht sich für Bahnanschluss der Bayerwaldkaserne stark
„Er zeigt echte Verbundenheit zur Bundeswehr“, sagte Papendorf zur Begründung für die Ehrung, „er zeigt Flagge und unterstützt uns
verlässlich“. Damit meinte der Kommandeur nicht nur den Reservisten Raith, sondern auch den Kommunalpolitiker. Als solcher macht sich Raith
beispielsweise seit längerem für eine eigene Waldbahn-Verladestation der Kaserne stark, nachdem die Erneuerung der altersschwachen
Ohetal-Bahnbrücke jetzt auf den Weg gebracht ist. Seit Indienststellung der neuen Puma-Schützenpanzer beim Regener Bataillon ist die
Verladung der Panzer am Regener Bahnhof nicht mehr möglich, die Pumas müssen jetzt immer per Tieflader auf der Straße zu auswärtigen
Übungen transportiert werden. Warum der einstige Neujahrsempfang mittlerweile schon über den Frühlingsbeginn hinausgerückt ist? Das nahm
Oberstleutnant Papendorf auf seine Kappe: „Das Bataillon war im November und Dezember stark bei Übungsplatz-Aufenthalten gefordert“,
erklärte er, „und infolge dessen waren im Januar und im Februar viele Überstunden-Tage abzubauen.“ Unter Gästen waren neben vielen
Bundeswehrsoldaten auch Lokalpolitiker aus dem Landkreis, die Landtagsabgeordneten Stefan Ebner und Martin Behringer, Vertreter von
Behörden und aus der Wirtschaft. Außerdem war auf Einladung von Landrat Raith auch der stellv. Regionalpräsident von Pilsen, Jan Bozdech,
nach Regen gekommen. In den Ansprachen von Papendorf, Raith und von Regens Bürgermeister Andreas Kroner vor rund 200 geladenen
Gästen war es zuvor sehr stark um das Miteinander gegangen. Papendorf sah ein gestiegenes Sicherheitsbedürfnis angesichts der Kriege in
der Ukraine und im Nahen Osten – zeigte sich aber zugleich befremdet von den Schüler-Protesten gegen jegliche Form von Wehrpflicht.
Hier müsse eine gesellschaftliche Debatte in Gang kommen, forderte Papendorf. Derzeit reiche dem Bataillon – trotz attraktiver Bedingungen –
der Nachwuchs aus der Region bei weitem nicht aus, „und bei dem Mann aus Duisburg ist ja klar, der bleibt mir hier nicht für vier Jahre, da habe
ich längst ein Versetzungsgesuch auf dem Tisch.“
„Auseinandersetzungen müssen mit gegenseitiger Achtung geführt werden“
Wie auch Papendorf bei der Wehrpflicht stellte Landrat Ronny Raith – der persönlich eine allgemeine Dienstpflicht favorisiert – eine
zunehmende Schärfe der Auseinandersetzung fest. Er nannte die Reizthemen Windkraft und Kreiskrankenhäuser. „Kontroverse ist in Ordnung –
aber man muss sachlich miteinander umgehen, man kann nicht uninformiert einfach lospoltern.“ Und wer in einem großen Zeitungsbericht die
Teilnehmer des Klinik-Bürgerdialogs als „Hanseln“ diffamiere, dem müsse er jeglichen Anstand absprechen. Auch Bürgermeister Kroner befand,
es werde zu viel Energie in Streitigkeiten und Klagen gesteckt. „Wo bleibt der Bauhof?“ heiße es sofort, sobald im Herbst das Laub fällt. „Warum
fällt die Schule nicht aus?“ wird empört nachgefragt, wenn Schneefall vorhergesagt ist. Kroner ist der Meinung: „Mit all dieser Empörungs-
Energie könnte man viel Positives bewirken.“
Ehrengrenadier
Aktuell gibt es neben Ronny Raith folgende Ehrengrenadiere: Walter Fritz, Otto Probst, Ilse Oswald, Rita Röhrl, Willi Killinger, Manfred Homolka,
Horst Seehofer, Helmut Brunner und Michael Adam sowie Rita Röhrl.
Quelle: Bundeswehr
