Die Bayerwaldgrenadiere öffnen ihre Tore für einen Blick hinter den Kasernenzaun.
Regen. Belebtes Treiben erfüllt den Antreteplatz der Bayerwaldkaserne, doch weniger von Soldatinnen und Soldaten in Flecktarn und viel mehr von Schülerinnen und Schülern in Zivil. Das Panzergrenadierbataillon 112 lud diese Woche Schulen aus fast dem gesamten ostbayerischen Raum ein, um hier am Standort die Bundeswehr hautnah zu erleben.
Bei den „Tagen der Schulen“, wie das Projekt bei den Bayerwaldgrenadieren benannt wird, wartet das Bataillon den Besuchern mit all seinen Fähigkeiten auf. Eine statische Waffenschau lockt die Schülerinnen und Schüler sich einmal selbst hinter das Lenkrad eines Panzers zu setzen, Waffen und Gerät vom nahen zu begutachten oder sich über Tätigkeiten zu informieren, welche oft in den Hintergrund rücken. Logistiker, Köche, Instandsetzer, Sanitäter, sie tragen einen wesentlichen Anteil am Erfolg einer Operation.
Nachdem auf dem Antreteplatz alles von den Schülerinnen und Schülern interessiert beäugt wurde, ging es für sie raus auf den Standortübungsplatz, wo ihnen das Handwerk der Panzergrenadiere „live“ präsentiert wurde, der Kampf mit dem Schützenpanzer PUMA und dessen abgesessenen Schützentrupp um zwei Gebäude. Dem ein oder anderen lief auch trotz sommerlichen Temperaturen die Gänsehaut, als der 43-Tonnen-Kollos in Sturmfahrt an der Schülergruppe vorbeidonnerte. Nachdem der Schützenpanzer am Hauseck zum stehen gekommen ist, stiegen die Grenadiere sogleich über eine Leiter vom Wannendach in das Haus ein, wo dann Raum für Raum das Haus von Feindkräften freigekämpft wurde. Das Ganze dauerte knapp 12 Minuten, danach waren die Bayerwaldgrenadiere wieder aufgesessen und der Schützenpanzer verschwand hinter einer Staubwolke, um weiter über die Freifläche anzugreifen. Das verdiente Applaus, denn die Leistung, welche die Soldatinnen und Soldaten dabei erbracht haben, ist nicht ohne, betrachtet man allein das zusätzliche Gewicht an Waffen, Munition und Ausrüstung.
Auch das Personal der Karriereberatung aus Deggendorf war vor Ort, um die Schülerinnen und Schüler über die mannigfaltigen Karrieremöglichkeiten in der Bundeswehr aufzuklären. Die Tage der Schulen sind zwar ein Weg die kommenden Arbeitnehmergenerationen mit dem Soldatenberuf vertraut zu machen und zu bewerben, sie dienen aber auch dazu den jungen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger die Wichtigkeit der Streitkräfte für die Bundesrepublik zu verdeutlichen. Dabei steht auch im Vordergrund, die Soldatinnen und Soldaten durch den aktiven Austausch mit den jungen Menschen nahbar zu machen.
Für die Schülerinnen und Schüler war der Besuch beim Panzergrenadierbataillon 112 ein wahrer Augenöffner. Viele konnten sich kaum vorstellen wie der Dienst in der Bundeswehr gestaltet wird. Durch das Engagement der Bayerwaldgrenadiere wurde ihnen eindrucksvoll bewiesen, was alles hinter dem Kasernenzaun passiert. So verließen viele hellauf begeistert die Liegenschaft. Sie haben nun das Bild von professionellen Streitkräften vor Augen, die im Ernstfall ihre Rechte schlagkräftig verteidigen können.
Quelle/ Foto: Si, Bundeswehr
